Familie Engelmann

Studieren mit Kind – Ein Erfahrungsbericht von Claudia Engelmann

Claudia Engelmann studierte BWL-Handel an der DHBW Heilbronn als sie schwanger wurde, inzwischen hat sie ihr Studium erfolgreich beendet. Die Absolventin berichtet über eine aufregende Zeit und die Kunst, Kind und duales Studium unter einen Hut zu bringen.

Zwischen Vorfreude und Zukunftsängsten

Die wunderbare Nachricht bald ein Kind auf die Welt bringen zu dürfen, hat neben den ganzen Sonnenseiten der Vorfreude und des Glücks, als werdende Mutter mitten im Studium auch seine Schattenseiten. Immer wieder sind in mir Zukunftssorgen, -ängste und -fragen aufgekommen, für die es scheinbar kaum sichere, zufriedenstellende Antworten gab. Ehrlich gesagt dachte ich anfangs, dass das duale Studium mit einem Baby in nicht pendelbarer Nähe zum Heimatort nicht möglich sei. Jedoch kam alles ganz anders.

„Es ist ein striktes Zeitmanagement notwendig“

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich nun rückblickend mit einem Lächeln im Gesicht sagen, dass alles irgendwie machbar ist. Natürlich möchte ich nicht dafür plädieren den gleichen Weg einzuschlagen, denn die Freizeitgestaltung ändert sich im Gegensatz zu dem Studentenleben der Kommilitonen rapide. Es ist ein striktes Zeitmanagement notwendig, um seinen Pflichten nachkommen zu können.

Unterstützung durch den Arbeitgeber und die DHBW Heilbronn

Als ich meinem Studiengangsleiter von meiner Schwangerschaft berichtete, reagierte dieser außerordentlich entspannt und beruhigte mich, dass wir für alle meine scheinbar unlösbaren Fragen Antworten finden werden. Und so war es. Nach einem Jahr Elternzeit nahm ich mein Studium wieder auf und konnte es inzwischen erfolgreich abschließen. Sowohl mein Arbeitgeber als auch die DHBW Heilbronn zeigten viel Verständnis und Flexibilität, die es mir ermöglichte, eine optimale Betreuung für meine Tochter während der Praxis- und Theoriephasen zu gewährleisten. Während der Theoriephase konnte mein Mann seinen Elternzeitanspruch und Urlaub nutzen, um mich drei Monate lang zu unterstützen.

Probleme bei der Wohnraumsuche als Familie

Jedoch verlief nicht alles ganz reibungslos. Da wir nun zu dritt für einen Zeitraum von drei Monaten eine möglichst möblierte Unterkunft benötigten, war es außerordentlich schwer eine Bleibe zu finden. Nach unzähligen Absagen beschloss ich mich als einfache Studentin auszugeben und habe von meinem Mann und meiner Tochter nichts erwähnt. Nur durch diese Notlüge ergab sich die Chance auf ein Zimmer in einem Studentenwohnheim. In diesem Punkt würde ich mir wünschen, in solchen Sonderfällen Unterstützung zu erhalten, da auch private Vermieter nicht bereit waren, eine bezahlbare Unterkunft an eine komplette Familie zu vermieten.

Mehr Informationen für Eltern im Studium wünschenswert

Auch habe ich leider erst auf der Internetseite davon erfahren, dass unserer Hochschule seit 2015 als familienfreundliche Hochschule gilt. Dabei haben Kinder bis drei Jahre die Möglichkeit das Mittagsessen in der Mensa kostenlos zu nutzen, was wir durch Unwissenheit nicht mehr rechtzeitig nutzen konnten. Hier hätte ich mir gewünscht, dass Mitarbeiter der Mensa mich darauf hinweisen. Auch von der Kooperation mit der Kindertageseinrichtung Nordstadthaus habe ich erst zu spät Kenntnis bekommen. Allerdings wäre die Unterbringung meiner Tochter dort schwierig umzusetzen gewesen, da ich die Betreuung in Heilbronn jeweils nur drei Monate während den Theoriephasen benötigt hätte und ein Kind auch hier erst eine Eingewöhnungsphase braucht.

Anmerkung der Redaktion: Das Angebot für Studierende mit Kind wird im Rahmen der Zertifizierung "Familiengerechte Hochschule" kontinuierlich weiter ausgebaut und beworben. Ein Flyer ist in Vorbereitung.