Ungebrochene Nachfrage: Ausgebuchter Seminartag zu den Heilbronner Frauenwirtschaftstagen 2017

Ungebrochene Nachfrage: Ausgebuchter Seminartag zu den Heilbronner Frauenwirtschaftstagen 2017

24. Oktober 2017

Die Frauenwirtschaftstage am 21. Oktober 2017 begannen in Heilbronn nicht mit einem Paukenschlag – Tanja Köhler sorgte mit Dudelsackklängen dafür, dass ihre Zuhörerinnen den Impuls, den sie setzen will, so schnell nicht vergessen: Am Beispiel ihrer Leidenschaft für Schottland und dem Wunsch, das schwer spielbare Nationalinstrument beherrschen zu lernen illustrierte sie eindrücklich und sehr plastisch die Rahmenbedingungen, unter denen Veränderung gelingen kann. Sie brachte die Herausforderung auf die einfache Formel „Dringlichkeit x Ziele x Umsetzung". „Wenn Sie einen der Faktoren auf null setzen, passiert nichts", machte sie den 120 Zuhörerinnen klar.

Die waren an diesem herbstlichen Samstag an die DHBW Heilbronn gekommen, um sich mit unterschiedlichen aktuellen Facetten des diesjährigen Schwerpunktthemas „„Chancen für Frauen in der digitalen Arbeitswelt" auseinanderzusetzen. Mit Workshops zu Themen wie „Digitalisierung", „Frauen und Führung" oder der „Balance zwischen Arbeit und Privatleben" sprachen die Macherinnen der Frauenwirtschaftstage Bereiche an, die vielen unter  den Nägeln brennen.

Alle Workshops waren ausgebucht und so begrüßten Prorektor Prof. Dr. Otto Weidmann als Gastgeber und Mit-Organisatorin Prof. Dr. Yvonne Zajontz über 100 Frauen, die der Einladung an den Bildungscampus gefolgt waren.   

Recruiting-Fachfrau Miriam Specht erarbeitete mit den Teilnehmerinnen jeweils eigene Selbstvermarktungsaktivitäten mit der Methode des Storytelling. Handelsexperte Prof. Dr. Stephan Rüschen diskutierte über den Umgang mit Klischees und Vorurteilen, mit denen sich Frauen in Führungspositionen häufig konfrontiert sehen. Diplom-Psychologin und Buchautorin Tanja Köhler nahm die Besucherinnen ihres Workshops mit in das House of Change, das Haus der Veränderung mit seinen vier Räumen: Aus dem Raum der Selbstzufriedenheit über den der Ablehnung hin zum Raum des Chaos, von dem aus die Mitarbeiter/-innen schließlich den Raum der Erneuerung betreten können.

Die genannten Stadien eines Veränderungsprozesses lassen bereits ahnen, dass das Verhalten von Menschen nur zu einem geringen Teil durch Vernunft, aber zu 90% durch Gefühle, Stimmungen und unbewusste Impulse beeinflusst wird. Folgerichtig beschäftigte sich der vierte Workshop der Wirtschaftspsychologin Isabella Stotter mit den neurowissenschaftlichen Grundbedürfnissen des Menschen und deren Auswirkungen auf Verhalten, Motivation, Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Marketing-Experte Dr. Sören Bär schließlich setzte sich mit der zunehmenden Verschmelzung von Arbeit und Privatleben auseinander: Wie lässt sich mit dieser Entgrenzung und der Verschmelzung der beiden vorher räumlich und zeitlich klar getrennten Lebensbereiche umgehen, ohne dass man als Arbeitnehmerin aufs Abstellgleis gerät?

In den hellen, technisch gut ausgestatteten Räumen fühlten sich die Teilnehmerinnen wohl – zumal der Türkische Frauenverein in der Mittagspause einmal mehr ein köstliches Büffet bereitgestellt hatte.

Neben der DHBW Heilbronn gehören die Hochschule Heilbronn (HHN), das Haus der Familie, die Agentur für Arbeit, die Frauenbeauftragte der Stadt Heilbronn, das Regionalbüro des Netzwerks für berufliche Fortbildung und die Kontaktstelle Frau und Beruf Heilbronn-Franken zu den Organisatorinnen der Heilbronner Veranstaltung zum Frauenwirtschaftstag (FWT). Wie alle FWT-Veranstaltungen in Baden-Württemberg wurde sie vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg gefördert.