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Strategisches Personalmanagement: Warum es sich lohnt, Personalarbeit grundlegend neu zu denken

Strategisches Personalmanagement: Warum es sich lohnt, Personalarbeit grundlegend neu zu denken

27. Mai 2021

Gute Mitarbeiter*innen sind schwer zu finden – daher kommt es künftig mehr denn je darauf an, qualifiziertes Personal langfristig ans Unternehmen zu binden. Das neu erschienene Buch „Strategisches Personalmanagement. Ein Ratgeber für Studium und Praxis“ von Prof. Dr. Thomas Batz, Studiendekan im Studiengang BWL-Dienstleistungsmanagement an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn, erklärt, worauf es beim wertschöpfenden Personalmanagement ankommt und gibt konkrete Handlungsempfehlungen.

Das Personalwesen als strategischer Business Partner für alle Geschäftsbereiche

Die These des Autors: Das Personalmanagement wirkt sich unmittelbar auf den Wertschöpfungsbeitrag aus. Dafür ist es aber notwendig, dass die Personalabteilung ein neues Selbstverständnis entwickelt, „sich nicht mehr als Abwickler sieht, sondern als HR Business Partner“, so Batz. Dennoch friste bislang das Personalmanagement in den meisten Unternehmen ein stiefmütterliches Dasein und werde auf verwaltende Aufgaben reduziert. Dabei sei es von entscheidendem Vorteil, die Personalabteilung eng bei der Entwicklung der Unternehmensstrategie mit einzubeziehen. Das Personalwesen solle zu einem strategischen Business Partner für alle Geschäftsbereiche eines Unternehmens werden.

Das Buch beleuchtet fünf zentrale, strategische Themenschwerpunkte, die sich an den Funktionen des Personalmanagements orientieren:

  • Basiswissen Strategisches Personalmanagement
  • Evaluierung des Erfolgsbeitrags des Strategischen Personalmanagements
  • Informationsgewinnung, Strategieableitung und Strategiegestaltung
  • Zentrale Handlungsfelder des Strategischen Personalmanagements
  • Employer Branding

Digitalisierungsschub: Strategischer Nutzen durch die Automatisierung von HR-Prozessen

Auf allen Ebenen der Personalarbeit spielt künftig die Digitalisierung eine wichtige Rolle. Sie sei als Chance zur weiteren Optimierung der Auswahl und Entwicklung der Belegschaft zu sehen, erklärt der Autor. Beispiel McDonald‘s: Hier gibt es bereits seit knapp 20 Jahren ein zentrales HR System für alle Restaurants in Deutschland, das den gesamten Lebenszyklus eines Mitarbeiters vom Onboarding bis zum Offboarding betrachtet. Die Module enthalten neben einer digitalisierten Lohn- und Gehaltsabrechnung und dem Zugriff auf digitales Lernen und Stammdatenmanagement auch die Personaleinsatzplanung. McDonald’s Deutschland betrachtet sein digitales HR-System als unentbehrlichen Bestandteil der Unternehmensstrategie und ein Mittel, um administrative Aufwände zu reduzieren und stattdessen die Produktivität zu erhöhen. Die Idee: Wenn weniger Zeit in den administrativen Aufwand fließt, bleibt mehr Zeit für die Personalentwicklung und das Employer Branding.

Wertewandel in der Unternehmenskultur

Trotz aller Digitalisierung und Technisierung in den Unternehmen sei der Unternehmenserfolg in erster Linie auch immer ein Erfolg in der Zusammenarbeit, ist sich der Buchautor sicher. Die Generation Y, die auch als Millenials bezeichnet werden, dominieren inzwischen den Arbeitsmarkt und haben ganz andere Vorstellungen von Arbeit als ihre Vorgänger: „Während die Baby Boomer gewohnt waren, sehr viel zu arbeiten und im Bedarfsfall persönliche Bedürfnisse hinten an zu stellen, tritt die Generation viel selbstbewusster und fordernder auf dem Arbeitsmarkt auf“, so Thomas Batz. Diesem Wandel in der Unternehmenskultur müsse auch im Personalmanagement Rechnung getragen werden.

Fazit: Strategische Gestaltung der Personalarbeit ist ein Erfolgsfaktor

Das strategische Personalmanagement kann nicht losgelöst von der jeweiligen Unternehmenshistorie und den gewachsenen Mitarbeiterstrukturen gesehen werden. „Da sich viele Unternehmen aufgrund von organisatorischen und kulturellen Faktoren teils stark unterscheiden, kann das strategische Personalmanagement nicht schlicht standardisiert und einfach übertragen – es muss   unternehmensspezifisch gestaltet werden“, ist sich Batz sicher. Die Gestaltung der Personalarbeit stehe auch immer für den Reifegrad der gesamten Organisationsstruktur. Der langfristige und auch nachhaltige Erfolg eines Unternehmens hänge maßgeblich von der Zusammenarbeit von Führung und Belegschaft ab, dabei sei es entscheidend, die richtige Balance zwischen Flexibilität und Kontinuität zu finden: „Zu wenig Flexibilität führt zu Wettbewerbsnachteilen, aber zu viel Flexibilität könnte die Mitarbeiter überfordern und deren Leistungsfähigkeit hemmen.“

Daten zum Buch:

  • Titel: Batz, Thomas: Strategisches Personalmanagement. Ein Ratgeber für Studium und Praxis.
  • Verlag: Kohlhammer
  • Erschienen: Mai 2021, 1. Auflage
  • ISBN: 978-3-17-037804-9
  • Das Buch ist Teil der Reihe Reihe BWL und VWL für die Praxis, herausgegeben von Thorsten Krings. Sie bildet die Kernkompetenz der DHBW in Buchform ab, nämlich den Transfer von Wissenschaft in die betriebliche Praxis.

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