In drei Gruppen entwickelten die DLM-Studierenden neue Konzepte für die Bahnhofsvorstadt.

So sehen die DHBW-Studierenden die neue Bahnhofsvorstadt

So sehen die DHBW-Studierenden die neue Bahnhofsvorstadt

19. Februar 2019

In ihren Seminararbeiten haben Studierende des Studiengangs Dienstleistungsmanagement erste konkrete Nutzungsvorschläge für die Leerstände in der Bahnhofsvorstadt entwickelt und überlegt, wie man die kreative und junge Szene an Heilbronn bindet.

Obwohl jede der drei Gruppen in ihrem Pitch einen etwas anderen Fokus gesetzt hatte, waren sich alle darin einig, dass die Rahmenbedingungen stimmen müssen. Im Klartext bedeutet das: eine gute Vernetzung von Wirtschaft, Rathaus und Bewohnern, engagierte Kümmerer, neue Verkehrs- und Parkregelungen und eine Nachtruhe, die später als 23 Uhr beginnt.

Denn der Szene-Kiez soll eine neue Attraktion für Jugendliche werden. Alicia Hahn und Bairavi Jeya wollen aus dem Dautel Areal einen neuen multifunktionalen Hotspot machen: mit einer Karaoke-Bar, einer Bühne für die Künstler der Stadt, einer Galerie und einem Kinoraum mit Sitzkissen. Angesprochen auf die Ansiedlung der Kreativwirtschaft in Heilbronn verweisen sie auf die Ergebnisse ihrer Experten-Interviews: In einer wirtschaftlich starken Stadt wie Heilbronn fehlt vielen jungen Menschen der Anreiz zu gründen. Sicherheit wird groß geschrieben, eine gründerfreundliche Mentalität fehlt.

Das sehen Tim Rülke und Marius Ebner etwas anders. Beide waren in Hamburg unterwegs und haben dort mit Gründern, Werbern und Politikern gesprochen. Ihr Fazit: Damit sich eine Kreativwirtschaft entwickeln kann, braucht es das Zusammenspiel der Faktoren Wirtschaft, Bildung, Politik und Nachtleben. Aber auch in Hamburg passierte das nicht über Nacht. Mit ihrer Idee – dem Cross-Innovation-Area- könnte die Bahnhofsvorstadt Politik, Wirtschaft und Bildung noch besser verzahnen. Zuständig für das Nachtleben ist dann die regionale Gastronomie und Networking-Bar. Bei Planspielgründungen können junge Menschen das Gründen proben und ihre Angst vor dem Unbekannten überwinden. Im Fab Lab kann man dann 3D-Drucker und CNC-Druckmaschinen mieten. Rülke und Ebner liefern mit ihrer Idee auch positive Impulse für regionale Firmen: Unternehmen müssten nicht, wie sie es jetzt tun, nach Berlin und Hamburg fahren. Neue Ideen und junge Kreative gäbe es dann gleich vor Ort.

Die dritte Gruppe nahm die Jury, zu der Vertreter der Stadt, der Schwarz Stiftung und der Bürgerstiftung gehörten, auf einen cineastischen Ausflug in das neue Viertel. Ihr Marketing-Konzept integrierte beide Seiten des modernen Heilbronns: das schwäbische Herz und die Internationalität. So fänden im „Kaffeetässle“ nicht nur schwäbische Gemütlichkeit, sondern auch ein Sprachcafé und eine internationale Bibliothek Platz. Das Restaurant „Paschda und Bizza“ würde eine italienisch-schwäbische Fusion-Küche servieren. Und auch hier gibt es eine neue Partylocation für die junge Szene: das „Bötle“ am Neckar.

Prof. Dr. Yvonne Zajontz, die die Seminararbeiten in Auftrag gab, war begeistert von der Vielzahl der Ideen und der Kreativität der Vorträge. Die Studierenden waren nach Hamburg gereist, hatten Experten-Interviews geführt und Filme gedreht. Das Preis der Schwarz-Stiftung erhielt das Projekt von Hahn und Jeya, denn bei folgendem Satz waren sich alle einig: „Keiner zieht für eine gute Kneipe in eine andere Stadt. Aber keiner bleibt in einer Stadt ohne eine gute Kneipe.“Im März soll der Verein für Zukunftsvisionen, der im Zuge der Aktion Heilbronn 2023 gegründet wurde, zum neuen Verein für die Schwarmstadt-Initiative werden.