Neues Forschungsprojekt „Apprenticeship Q“ unter Leitung der DHBW Heilbronn gestartet

Neues Forschungsprojekt „Apprenticeship Q“ unter Leitung der DHBW Heilbronn gestartet

23. Oktober 2017

Wie kann europaweit eine einheitliche Qualität von Praxiseinheiten im Rahmen der höheren beruflichen Bildung sichergestellt werden? Das ist die zentrale Frage des gerade gestarteten internationalen Forschungsprojektes „ApprenticeshipQ“, für welches die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) den Förderzuschlag und damit die Projektleitung erhalten hat.

Heute findet auf dem Bildungscampus das erste Treffen der Forscher und Projektpartner statt. Beteiligt sind Bildungsexperten aus Belgien, Österreich, Großbritannien, Portugal, Spanien, Malta und Slowenien. Zudem unterstützen die IHK Heilbronn Franken und die Slowenische Industrie- und Handelskammer das Forschungsvorhaben als Verbundpartner.

Qualitätshandbuch für KMUs geplant

„ApprenticeshipQ“ beschäftigt sich mit der Qualitätskontrolle von Praxisteilen in der höheren beruflichen Bildung. Die Qualitätskriterien aus der Lehre, beispielsweise einer Vorlesung, lassen sich nur bedingt auf den Praxisteil einer Ausbildung übertragen, wodurch eine einheitliche Qualitätskontrolle der praktischen Lehre sehr schwer möglich ist. Die Forscher um Raimund Hudak, Leiter der Abteilung Forschung und Labore an der DHBW Heilbronn, haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Ausbildungsprozesse in den Firmen im Hinblick auf deren Qualität zu erforschen. Als Ergebnis ist ein Handbuch für kleine und mittelständische Unternehmen geplant, das die wichtigsten Qualitätskriterien für die Praxisphasen einer Dualen Ausbildung oder eines Dualen Studiums zusammenfasst. In diesem Projekt arbeitet die DHBW Heilbronn eng mit der IHK Heilbronn Franken zusammen, die sich einen großen Nutzen der Ergebnisse für die Firmen der Region verspricht. Das entwickelte Evaluierungssystem soll es künftig auch leichter machen, die Praxiseinheiten international vergleichbarer zu machen.

Umfassende internationale Befragungen als Datenbasis

Als nächste Schritte sind geplant, die unterschiedlichen Ausbildungsformen und Praxisanteile in der höheren beruflichen Bildung zu identifizieren und analysieren. Dazu finden Workshops in sechs Ländern mit mehr als 300 Qualitätsmanagement-Experten, Unternehmern und Bildungsexperten statt. Darüber hinaus werden mit mehr als 300 Arbeitgebern, Qualitätsmanagern, Trainern, Lehrkräften und Bildungsinstitutionen Feldtests durchgeführt. Zudem sollen im Rahmen einer internationalen Umfrage 1200 Arbeitgeber, Qualitätsmanagementbeauftragte, Professoren, Lehrer und Ausbilder zum Thema befragt werden.