Im Atelier der Berufsschule für Mode und Design: Jäckchen und Batist-Kleid
Im Atelier der Berufsschule für Mode und Design: Jäckchen und Batist-Kleid
Im Atelier der AFK: Beim Nähen des Batistkleids und der Bluse.
Im Atelier der AFK: Beim Nähen des Batistkleids und der Bluse.
Vorsichtiger Umgang ist geboten: Der hauchdünne Stoff reisst leicht.
Vorsichtiger Umgang ist geboten: Der hauchdünne Stoff reisst leicht.
DHBW meets AFK im Atelier der Berufsschule für Mode und Design
DHBW meets AFK im Atelier der Berufsschule für Mode und Design
Das Abschlussfoto des Kurses Fashionmanagement bei Lovjoi auf der Schwäbischen Alb
Das Abschlussfoto des Kurses Fashionmanagement bei Lovjoi auf der Schwäbischen Alb
Vor dem Shoot: Die Outfits werden zusammengestellt.
Vor dem Shoot: Die Outfits werden zusammengestellt.
Baumwollbatistkleid meets Satinrock.
Baumwollbatistkleid meets Satinrock.
"Burberry"-Karo-Blazer beim Fotoshooting.
"Burberry"-Karo-Blazer beim Fotoshooting.
Sportive Fashion.
Sportive Fashion.
Making-of beim Fotoshooting der Studierenden.
Making-of beim Fotoshooting der Studierenden.
Wintermode bei 25 Grad und Sonnenschein in Szene gesetzt.
Wintermode bei 25 Grad und Sonnenschein in Szene gesetzt.

Kreative Kooperation mit der Akademie für Kommunikation: Die neue Sustainable Fashion Collection ist da!

Kreative Kooperation mit der Akademie für Kommunikation: Die neue Sustainable Fashion Collection ist da!

30. Mai 2022

Was sich aus sogenanntem Dead Stock, also Restmaterialien vergangener Kollektionen von Betty Barclay und Lovjoi, an neuen It-Pieces für die dritte nachhaltige Kollektion der DHBW Heilbronn machen lässt, zeigten die Fashion-Management-Studierenden der Dualen Hochschule. Die Idee dahin-ter: Studierende, die später im Einkauf oder Vertrieb arbeiten, sollten den gesamten Prozess bis zum fertigen Produkt selbst durchlaufen. Die teilweise sehr aufwändige Produktion lag dagegen in den Händen der Klassen zwei und drei des Berufskollegs für Mode und Design der Akademie für Kommunikation Heilbronn und den Nähern des Organic Labels Lovjoi.

Die zwei Linien Ultrafeminine und Sportive wurden entsprechend dem vorhandenen Dead-Stock-Material entworden und angepasst. Nach den ersten Designs ging es an die konkrete Umsetzung. Für die verschiedenen Produktgruppen wurden Einzelstücke entworfen; jedes einzelne Teil in einer technischen Zeichnung zu Papier gebracht. Diese Entwurfszeichnung legt fest, an welcher Stelle Applikationen aufgenäht werden, wie das Futter verarbeitet wird und welche Größe die Knöpfe haben. Besonders positiv überrascht war die Dozentin und Designerin Gabriele Ostermann von Roth, als es an den kreativen Prozess ging. Obwohl die BWL-Studierenden keine Zeichner sind, waren die Entwürfe gut und genau getroffen.

Die Realisation wurde an zwei verschiedene Partner vergeben: Die extravaganteren Stücke der sehr weiblichen Linie entstanden an der Akademie für Kommunikation, die Sweatshirts, T-Shirts und Weste der sportlicheren Linie wurden in Dürmentingen bei Lovjoi genäht. In einer Exkursion auf die Schwäbische Alb unterstützten die Studierenden die Näher aus Syrien beim Zuschnitt und Finish. Dieser Ablauf entspricht dem wirklichen Produktionsprozess: Labels vergeben Aufträge für Teile der Kollektion an verschiedene Firmen, die sich zum Beispiel auf Hosen oder Damenoberbekleidung spezialisiert haben. 

Herausforderungen im Mode-Atelier
Ostermann v. Roth konnte die Klassen 2 und 3 des Berufskollegs Mode und Design für die Fertigstellung der femininen Linie gewinnen. Alle Stücke wurden dort nach den Vorgaben der Jung-Designer genäht. „Normalerweise entwerfen unsere Schüler ihre Modelle nach eigenen Ideen und setzen sie in verschiedenen Projekten um. Jetzt hatten sie die Herausforderung, eine Auftragsarbeit exakt und in-time fertigzustellen“, so Ostermann v. Roth, die seit mehreren Jahren an der Akademie für Kommunikation lehrt.

Während die feminine Linie in Nude- und Pudertönen gehalten ist, setzt sich die sportliche Linie mit kräftigeren Farben in Camel, Rot, Silbergrau und Schwarz ab. Die Modelle punkten mit ihren vielfältigen Stoffen: ein Satinrock mit schrägem Fadenverlauf, ein Etuikleid aus Bänder-Ornamenten, ein Bouclé-Jäckchen im Chanel-Stil, ein zweireihiger Blazer im „Burberry“-Karo oder der Veganleder-Rock mit aufgesetzten Taschen. Vielfältige Stoffe bedeuteten unterschiedliche Herausforderungen beim Nähen: Während Satinstoffe leicht wegrutschen, ist Baumwollbatist ein hauchdünner Stoff, bei dem die richtige Fadenspannung und eine ruhige Hand gebraucht wird. Besonders anspruchsvoll war das Karomuster, das an Armen und am Rücken an den richtigen Stellen weiterlaufen muss. Da nur eine kleine Menge an Reststoffen vorhanden war, mussten die Zuschnitte genau angepasst werden.

In Szene gesetzt
Die Herausforderung für die Studierenden der DHBW Heilbronn war, die Herbst- und Winterkollektion bei 26 Grad und strahlendem Sonnenschein zu fotografieren. Vor dem Hintergrund des Bildungscampus entstanden die neuen Fotos, Filme und Reels der verschiedenen Outfits. Die Modelle sollen außerdem im Herbst für das neue Lookbook und das jährliche „Downtown“-Magazin der Akademie für Kommunikatin fotografiert und in Szene gesetzt werden. Überlegung ist es, gemeinsam mit dem Marketing der Stadt Heilbronn verschiedene Hotspots der Stadt zu präsentieren.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN:

Sustainable Fashion
Seit drei Jahren produzieren die Studierenden des Studiengangs BWL-Fashion Management ihre Kollektionen unter dem Nachhaltigkeits-Gedanken. Ökologie und soziale Nachhaltigkeit mit nachhaltigem Wirtschaften zu vereinen, das ist laut Studiengangmanager Prof. Dr. Oliver Janz „die größte Herausforderung der nächsten Jahrzehnte“. Baumwolle zum Beispiel hat einen doppelt so hohen Wasserbedarf wie Weizen. Die Pflanze besetzt weltweit zwei Prozent der Anbaufläche, aber verbraucht 15 Prozent aller Insektizide. Kunstfasern allerdings sind ähnlich umweltschädigend, die Herstellung intensiv im Energieverbrauch. In der textilen Produktion werden weltweit 15.000 unterschiedliche Chemikalien eingesetzt. Nachhaltigkeit ist neben der Digitalisierung das wichtigste Thema, mit dem die Fashion Manager von morgen umgehen müssen.

Berufskolleg für Mode und Design
Die Schüler des Berufskollegs setzen sich in ihrer Ausbildung mit den Zusammenhängen von Entwurf, Schnitt und Realisation auseinander und erhalten gleichzeitig die Fachhochschulreife und den Berufsabschluss „Staatlich geprüfter Modedesigner“. Mit der Spezialisierung in Richtung Accessoires haben die Schüler später gute Chancen: Der Markt wächst, aber bisher gibt es noch wenige Ausbildungen in diesem Bereich. Projekte dieser Art schaffen für Studierende und Schüler einen geschützten Raum, in dem sie reale Abläufe trainieren und sich ausprobieren können.