Fashion Forecast 2022 – Mehr Planungssicherheit für Modehändler

Fashion Forecast 2022 – Mehr Planungssicherheit für Modehändler

04. Mai 2022

Erst die Corona-Pandemie, dann der Ukrainekrieg und jetzt die angeheizte Inflation: Die Gründe, die eine Planung des Modehandels für das Jahr 2022 obsolet machen, sind vielfältig. Bisherige Annahmen müssen durch einen aktuellen Forecast ersetzt werden. Es kommt jetzt darauf an, rechtzeitig Maßnahmen gegen steigende Kosten und sinkende Umsätze zu ergreifen. Aber wie stark werden die Umsätze und die Kostenpositionen durch Krieg und Inflation beeinflusst? Was bedeutet das für die Erträge und die Liquidität? Diese Fragen sind aufgrund der aktuell großen Unsicherheit nur schwer zu beantworten. Daher hat Fashionconsult gemeinsam mit der DHBW Heilbronn eine Befragung von 31 Modehändlern durchgeführt. Die Ergebnisse geben erste Hinweise darauf, wie sich die Kennzahlen entwickeln könnten. Das Whitepaper stellt drei Szenarien vor und gibt praxisrelevante Handlungsempfehlungen.

Im Rahmen der Studie wurden zunächst Plandaten von 11 Mandanten der Unternehmensberatung fashionconsult anonymisiert ausgewertet. Da die Kennzahlen in den Jahren 2020 und 2021 hohen Schwankungen unterlagen, werden alle vergangenheitsbezogenen Daten auf der Grundlage von 2019 betrachtet. Darüber hinaus flossen Forecast-Daten von 31 weiteren Modehändlern in die Analyse ein. Die Befragung der 31 Modehändler wurde im April 2022 durchgeführt. Im Gegensatz zu den Planungen, die bereits im Jahr 2021 erstellt wurden, berücksichtigen die aktuellen Forecastswerte bereits die erwarteten Auswirkungen des Ukraine-Krieges sowie der hohen Inflation.

Umsatzerwartungen – Best Case bis Worst Case

Zurzeit erwarten die Unternehmen im Durchschnitt einen Umsatzrückgang in Höhe von -6 % gegenüber 2019. Der erwartete Umsatz liegt damit allerdings noch immer ca. 10% über dem Umsatz von 2021. Das ist jedoch kein Grund zur Entwarnung, denn erstens laufen die Corona-Hilfen und auch die Möglichkeiten für Kurzarbeit dieses Jahr aus und zweitens haben die Händler bereits in Erwartung höherer Umsätze Ware geordert.

Kostenplanungen: Personal-, Energie- und sonstige Kosten
Während viele der befragten Unternehmen einen niedrigen Anstieg der Personalkosten erwarten, ist das Problem jedoch in Kombination mit den anderen Faktoren größer als erwartet. Gerade Unternehmen, die mit steigenden Personalkosten und sinkenden Umsätzen rechnen, müssen rechtzeitig eingreifen.

Währenddessen sind sich viele der befragten Händler einig, dass sie mit deutlich steigenden Energiekosten rechnen dürfen. Mittelfristig ist mit einer nahezu völligen Einstellung russischer Energieimporte zu rechnen. Darüber hinaus wirkt auch der ökologische Umbau des Energiesektors preistreibend. Beide Faktoren sprechen für anhaltend hohe Energiepreise auch über das Jahr 2022 hinaus.

Da sich die Zusammensetzung der sonstigen Kosten je nach Unternehmen stark unterscheidet, kann hier keine allgemeine Aussage getroffen werden. Einen ersten Anhaltspunkt gibt die allgemeine Preissteigerung (ohne Energie), die im März diesenJahres gegenüber dem Basisjahr 2019 bei immerhin 8,7% lag, Tendenz steigend.

Handlungsempfehlungen prüfen und umsetzen
Faltmann und Janz fassen abschließend die einzelnen Szenarien zusammen und errechnen ein durchschnittliches Betriebsergebnis im Fall des Best- und Worst-Case-Szenarios. Dabei ist zu beachten, dass in die Ergebnisse bereits Gegenmaßnahmen eingerechnet sind.

Das Whitepaper steht unter www.handel-dhbw.de zum Download bereit.