Karl Maier, Prof. Dr. Yvonne Zajontz, Steffen Schoch, Prof. Dr. Nicole Graf und Peter Theilacker stoßen auf ein Gelingen des Unterländer Volksfests an

Unterländer Volksfest: Duale Studierende analysieren Schwächen des Heilbronner Traditionsfestes

Unterländer Volksfest: Duale Studierende analysieren Schwächen des Heilbronner Traditionsfestes

15. Juli 2015

Es ist eines der größten Feste in der Region: Das Unterländer Volksfest. Mit knapp 100 Fahrgeschäften, Spielbuden, Verkaufsständen und Attraktionen lockt es jährlich etwa 200.000 Besucher auf die Theresienwiese. In den letzten Jahren hatte das Heilbronner Traditionsfest allerdings mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen. Studierende des Studiengangs Dienstleistungsmanagement haben im Rahmen eines Forschungsseminars an der DHBW Heilbronn mögliche Ursachen analysiert und Ideen für ein neues Marketingkonzept entwickelt.

Der Generalpächter Karl Maier von „Göckelesmaier“ will gemeinsam mit Peter Theilacker (Haller Löwenbräu) und Friedrich Wagner (Heilbronn Marketing) herausfinden, wie das Unterländer Volksfest wieder zu einem Publikumsmagnet gemacht werden kann. Die Studierenden haben hierzu eine breit angelegte Befragung von 483 Personen aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn durchgeführt und zahlreiche Experteninterviews geführt.

Studienergebnisse

Einige Probanden gaben an, dass sich die Heilbronner nicht mit dem Unterländer Volksfest identifizieren. „Es wird nicht als ‚unser‘ Fest wahrgenommen“, so eine Studentin der Projektgruppe. Positiv bewertet wurden von den Befragten unter anderem die Lage, das Feuerwerk, der Veranstaltungszeitraum sowie die Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Verbesserungspotenzial sahen die Studienteilnehmer bei der Sicherheit, den sanitären Anlagen, bei den Sitzmöglichkeiten außerhalb des Festzeltes und dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch wünschten sich die Befragungsteilnehmer mehr Abwechslung beim Programm. Abseits des Familientags sei den Heilbronnern kaum eine der Sonderveranstaltungen bekannt.

Verbessertes Sicherheitsempfinden

Einen interessanten Zusammenhang konnten die Studierenden im Hinblick auf das Sicherheitsempfinden ermitteln: Personen, die vor 2010 auf dem Volksfest waren, bewerteten die Sicherheit schlechter als Personen, die 2014 das Volksfest besucht haben.  Das Sicherheitsempfinden hat sich damit in den letzten Jahren deutlich verbessert. Der Generalpächter Karl Maier freut sich: „Tatsächlich ist es so, dass abgesehen von ein paar Taschendiebstählen das Volksfest in den letzten Jahren ohne Zwischenfälle verlaufen ist.“ Dafür sorge zusätzlich zur Heilbronner Polizei auch ein privates Sicherheitsunternehmen, das mit seiner Security während des gesamten Festes Präsenz zeige.

Handlungsempfehlungen


Um mehr Besucher auf den Festplatz zu locken, schlugen die Studierenden den Unternehmensvertretern verschiedene Maßnahmen: Der Eingang müsse besser erkennbar gestaltet werden, der Krämermarkt solle traditioneller und wertiger daher kommen. Die sanitären Anlagen sollten idealerweise auch über einen Wickelraum verfügen. Da das Volksfest außerhalb der Innenstadt auf der Theresienwiese stattfindet, empfahlen die Studierenden, das Fest mit einem Festumzug von der Innenstadt bis zum Festplatz einzuläuten. Um auch mehr jüngere Menschen für das Festzelt zu begeistern, schlugen die Studierenden einen Partyabend mit Live-Band und anschließendem DJ vor.

Einige der Ideen sollen noch dieses Jahr umgesetzt werden, wie zum Beispiel eine Gastromeile mitten auf dem Festplatz mit einer Ballung von gastronomischen Angeboten und vor allem zusätzlichen, beschatteten Sitzgelegenheiten. Die Speisekarte wurde um die veganen Maultaschen und den Veggie Gemüseburger erweitert. Am 31. Juli 2015 wird im neuen und modern gestalteten Festzelt zum Fassanstich und Studententag die junge Zielgruppe erwartet.