Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sensibilisiert Studierende für das Thema Lebensmittelverschwendung
Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg e.V. Sabine Hagmann freut sich über sinkende Lebensmittelverschwendung im Lebensmitteleinzelhandel
Bereichsleiterin CSR/Nachhaltigkeit bei Schwarz Zentrale Dienste Mariella Gomez spricht über neue Projekte zum Thema Nachhaltigkeit bei Lidl und Kaufland
Gegen Lebensmittelverschwendung: Studierende werden in Kleingruppen Verbraucherstudien durchführen und neue Impulse setzen
Dekanin Prof. Dr. Beate Scheubrein eröffnet die Kick-Off-Veranstaltung zum Thema Lebensmittelverschwendung und Nachhaltiger Konsum"

Neue Kooperation soll Lebensmittelverschwendung reduzieren

Neue Kooperation soll Lebensmittelverschwendung reduzieren

23. Februar 2018

Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung: Die DHBW Heilbronn und das Land Baden-Württemberg rücken mit einem Kooperationsprojekt das Thema Lebensmittelverschwendung in den Fokus der Öffentlichkeit. Als zukünftiger Nachwuchs der Lebensmittelbranche sind die Studierenden im Studiengang BWL-Handel wichtige Multiplikatoren. Unterstützt wird dieses Projekt durch den Handelsverband Baden-Württemberg.

„Wenn es darum geht, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, ist auch der Lebensmitteleinzelhandel ein wichtiger Partner. Nicht nur als Marktmacht, die Veränderungen bewirkt, sondern auch als direkter Kontakt zu den Kunden “, sagte Prof. Dr. Beate Scheubrein, Dekanin der Studiengänge BWL-Handel und Food Management bei der Auftaktveranstaltung zur neuen Kooperation. Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR), Friedlinde Gurr-Hirsch, hat sich neben dem Handelsverband die DHBW Heilbronn ins Boot geholt, um das Thema Lebensmittelverschwendung bereits in den Köpfen der zukünftigen Führungskräfte zu positionieren. Sie appelliert an die Studierenden, auch nach dem Abschluss das Thema im Blick zu behalten und nachhaltige Strategien zu implementieren.

Studierende im fünften Semester des Studiengangs BWL-Handel werden im Rahmen des Projekts verschiedene Themenbereiche bearbeiten, Leuchtturmprojekte identifizieren und neue Impulse entwickeln. Vorgestellt werden die Ergebnisse im August 2018 und sollen dann in ausgewählten Events einem größeren Publikum präsentiert werden. Dabei geht es nicht nur um bestehende Best-Practice Beispiele, sondern auch um die Meinungen und das Verhalten der Kunden. Privathaushalte und insbesondere Familien sind – im Gegensatz zu den gängigen Annahmen – die größten Verursacher von Lebensmittelabfall: 82 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf landen im Müll, ein Großteil davon sogar noch essbar. Prof. Dr. Martina Böhm vom Studiengang Food Management sprach in diesem Zusammenhang vom „mind gap“ – einem Missverhältnis zwischen ethischen Werten und gelebtem Verhalten.

Unterstützt wird die Aktion vom Handelsverband Baden-Württemberg, der bereits im letzten Jahr gemeinsam mit dem MLR einen Runden Tisch mit den Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels ins Leben gerufen hat. Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann unterstreicht, dass der Handel auf einem guten Weg ist, aber weitere Punkte wie das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Agenda stehen.

Auch an der DHBW Heilbronn hat der nachhaltige Umgang mit Lebensmitteln einen festen Platz – ob in den Vorlesungen, beim Students‘ Executive Talk zum Film „Taste the Waste“oder in Bachelorthesen. Zahlreiche Duale Partner haben das Thema bereits etabliert. Mariella Gomez, Bereichsleiterin CSR/Nachhaltigkeit der Schwarz Zentrale Dienste KG, hat einen Überblick über die Aktivitäten des Unternehmens gegeben. Bis 2020 sollen in allen Ländern Nachhaltigkeitsberichte veröffentlicht werden. Es besteht eine intensive Zusammenarbeit mit den Lebensmittelbanken; aktuell werden mehrere Pilotprojekte initiiert (z.B. die Verwertung durch die Herstellung von Erdgas und Biogas).

HINTERGRUND:

Jährlich werden in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Der Anteil des Lebensmittelhandels beträgt 5 Prozent, Tendenz sinkend. Im Gegensatz dazu hungert knapp eine Milliarde Menschen auf der Erde. Daher hat die UN das Ziel definiert, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung auf die Hälfte zu reduzieren. Neben der Lebensmittelverschwendung ist jedoch eine andere Entwicklung problematisch: In Asien nimmt der Fleischkonsum drastisch zu. Für ein Fleischgericht wird – im Gegensatz zu einem vegetarischen Essen- die siebenfache Menge an Boden benötigt, um die Zutaten zu produzieren. Laut Prognosen werden in Zukunft dreieinhalb Erden nötig sein, um den westlichen Lebensstandard für eine steigende Anzahl an Menschen aufrecht zu erhalten.

 

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