Zum 1.Oktober 2021 hat Prof. Dr. Reichert seine Professur an der DHBW Heilbronn angetreten. Gemeinsam mit Prof. Dr. Tobias Thomas baut er den neuen digitalen Studiengang Wirtschaftsinformatik auf.
Zum 1.Oktober 2021 hat Prof. Dr. Reichert seine Professur an der DHBW Heilbronn angetreten. Gemeinsam mit Prof. Dr. Tobias Thomas baut er den neuen digitalen Studiengang Wirtschaftsinformatik auf.

Neu an der DHBW Heilbronn: Prof. Dr. Andreas Reichert baut Studiengang Wirtschaftsinformatik mit auf

Neu an der DHBW Heilbronn: Prof. Dr. Andreas Reichert baut Studiengang Wirtschaftsinformatik mit auf

14. Oktober 2021

Prof. Dr. Andreas Reichert tritt zum 1. Oktober 2021 seine Professur an der DHBW Heilbronn im Studiengang Wirtschaftsinformatik an. Der mehrfache Forschungspreisträger beschäftigt sich in Lehre und Forschung mit erneuerbaren Energien und der Digitalisierung von Prozessen und will die Studierenden für die Themen Digital Finance und Prozessmanagement begeistern.

Wenn man Reichert begegnet, fällt vor allem eins auf: wache Neugier und daraus resultierend eine enorme Fülle an Ideen und Projekten. Ob Surfwellen-Berechnungen im Neckar, Sicherheit alternativer Fahrzeugantriebe oder neue Energieformen – er jongliert mit vielen Bällen. „Mit ihrer erstklassigen Infrastruktur am Bildungscampus spielt die DHBW Heilbronn in der oberen Liga. Gefördert wird die Lern- und Forschungs-Kultur außerdem durch das Firmenumfeld in Heilbronn und die vielen Hidden Champions in der direkten Umgebung.“  Für den Oberstenfelder ist Heilbronn kein weißer Flecken auf der Landkarte: Er hat selbst das Maybach-Gymnasium in Heilbronn besucht und lehrt seit mehreren Jahren an der CAS-DHBW-Masterschmiede das Fach Automobiltechnik.

Nach seinem Abitur absolvierte er ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart und arbeitete danach unter anderem für Schunk und Bosch. Er promovierte am Institut für Statik und Dynamik der Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart über Simulationskonzepte zur Berechnung der Lebensdauer von Magnesium-Legierungen als Leichtbauwerkstoff.  

Gerade kommt er von einem Termin mit einem Betonwerk. Die Firma ist potentieller Anwender der Forschungsergebnisse des neuen Wasserstoff-Innovationsprojekts. Mit dem Start von Reichert an der DHBW Heilbronn ergänzt die DHBW das Heilbronner Forschungskonsortium aus Fachexperten im H2-Projekt. „Durch die neue CO2-Bepreisung und den wachsenden Druck, nachhaltig zu produzieren, schauen sich viele Firmen nach alternativen Ressourcen um. Wasserstoff als Energiequelle kommt zukünftig in vielen Anwendungen zum Einsatz, zum Beispiel zur Erzeugung von thermischer Energie in der Produktion“, erläutert Reichert den Forschungsansatz.

Neue Studienprojekte für Wirtschaftsinformatiker
Auch für seine Studierenden hat Reichert viel geplant. „Wirtschaftsinformatiker sind vor allem im Projektbereich tätig. Ob sie ein neues SAP-Modul einführen, den Vertriebsprozess digitalisieren oder mit künstlicher Intelligenz große Datenmengen auswerten – unsere Studierenden lernen, Prozesse zu verstehen, zu implementieren und Veränderungen zu begleiten.“ Besonders Augenmerk legt er auf das Entwicklungsfeld des „programmierbaren Euro“. Alle realen Vorgänge in Unternehmen werden von einem sogenannten Cash-Pfad begleitet. Rechnungen und Angebote werden oft noch in Papierform versendet. „Große Unternehmen haben den realen Produktionspfad und den Cash-Pfad bereits digital verbunden. Sucht zum Beispiel ein Fahrzeughersteller einen bestimmten Autositz, bestellt er ihn digital beim Anbieter. Angebot, Bestellung und Rechnung werden direkt zugeordnet und verbucht. In mittelständischen Unternehmen besteht auf diesem Gebiet noch großer Nachholbedarf.“

Wer Reicherts Ideen verfolgt hat, weiß, dass er auch zu anderen Studiengängen an der DHBW Heilbronn Überschneidungen hat. In den Steilhängen rund um Heilbronn ist der Weinroboter, den er gemeinsam mit seinen Studierenden entwickelte, bereits im Einsatz. Wie man die Möglichkeiten eines fahrenden Roboters im Weinberg ausweitet, darüber ist Reichert bereits mit der LVWO Weinsberg im Gespräch. Fest steht, es bleibt spannend.