Hannes Hogen: "Wir lernen sehr viel über die Produkte und Herstellungs- und Vermarktungsprozesse der gesamten Lebensmittelbranche"

Hannes Hogen: "Wir lernen sehr viel über die Produkte und Herstellungs- und Vermarktungsprozesse der gesamten Lebensmittelbranche"

15. November 2021

Hallo! Mein Name ist Hannes, ich bin 24 Jahre alt und studiere BWL-Food Management an der DHBW Heilbronn.

Das duale Studium habe ich im Oktober 2020 bei meinem dualen Partner, der WZG Möglingen (Württembergische-Weingärtner-Zentralgenossenschaft e.G.), einem mittelständischen Unternehmen, das in der Weinherstellung und Vermarktung tätig ist, begonnen. In meinem ersten Studienjahr konnte ich bereits während den beiden Praxisphasen eine kaufmännische Abteilung und den önologischen Bereich (Keller, Abfüllung und Labor) kennenlernen und effektiv mitarbeiten. Die Theoriephasen an der dualen Hochschule waren bisher ausschließlich online, aber dennoch funktioniert das Lernen auch so sehr gut. Es war eine gute Entscheidung ein Studium an der DHBW zu beginnen, denn ich kenne das duale System schon von meiner vorherigen Ausbildung zum Industriekaufmann sehr gut und schätze den Wechsel zwischen Theorie und Praxis.

Gerne möchte ich nun noch etwas über meinem Werdegang erzählen und wie ich schlussendlich zum Studiengang Food Management gekommen bin: Vor meiner Ausbildung habe ich in meiner schulischen Laufbahn mehrere Schulen kennengelernt. Zuerst nach der Grundschule das Gymnasium (5. Klasse), dann die Realschule (ab 6. Klasse) und zuletzt das kaufmännische Berufskolleg.Im ersten Moment stellte der Wechsel vom Gymnasium auf die Realschule ein Rückschritt für mich dar. Jedoch kann ich im Nachhinein sagen, dass die Realschule besser für mich geeignet war, da der Praxisbezug ein größerer ist und meine Noten auch dementsprechend besser wurden. Nach der Realschule (ich war damals 16 Jahre alt) war ich noch nicht bereit, mit einer Ausbildung ins Berufsleben zu starten. Daher entschied ich mich für das zweijährige kaufmännische Berufskolleg. Für mich war dies ebenfalls eine gute Entscheidung, denn die kaufmännischen Themen liegen mir sehr gut und der Wirtschaftsunterricht in der Realschule hatte mir damals auch schon viel Spaß gemacht.

Das Berufskolleg schloss ich mit der Fachhochschulreife ab. Jedoch startete ich auch danach noch keine Ausbildung und kein Studium. Mir war es wichtig, einige Zeit im Ausland zu verbringen und vorher noch etwas zu arbeiten (so ein Auslandsaufenthalt finanziert sich leider nicht von selbst). Als ich mir dann das nötige Startkapital erarbeitet hatte, flog ich im November 2015 für 7 Monate nach Neuseeland. Dort hatte ich mit meinem Working Holiday Visa die Möglichkeit zu reisen und mir mit Aushilfsjobs die Reisekasse aufzubessern. Neben zahlreichen schönen Reisemomenten konnte ich viele neue Leute kennenlernen und meine Englischkenntnisse deutlich verbessern.

Nach meiner Rückkehr aus Neuseeland arbeitete ich weiterhin in verschiedenen Jobs, um mir eine weitere Reise nach Nordamerika zu finanzieren. Im September 2017 ging es dann mit meiner Ausbildung in einem großen deutschen Konzern los. Während meiner Lehre zum Industriekaufmann habe ich sowohl fachlich als auch persönlich sehr viel gelernt und bin dankbar über die vielen Erfahrungen, die ich gemacht habe. Schon während meiner Ausbildung habe ich mir überlegt, was ich danach weitermachen möchte. Für mich wäre es nicht ausgeschlossen gewesen, eine Vollzeitstelle in meinem Beruf anzunehmen und mir mit Weiterbildungen (Fach- und Betriebswirt) mehr Qualifikationen für eine Experten- oder Führungsstelle anzueignen. Dies mache ich jetzt auch, nur eben mit dem dualen Studium. Ausschlaggebend waren für mich die vielfältigen Themen im Studiengang BWL-Food Management und ein attraktiver dualer Partner, bei welchem ich viel für meine berufliche Laufbahn lernen kann.

Mein dualer Partner befindet sich in meinem Heimatort. Durch einen glücklichen Zufall bin ich über die Homepage des Unternehmens auf der Karriereseite gelandet und habe hier von der Möglichkeit des Studiums BWL-Food Management erfahren.

Die Bewerbung beim dualen Partner lief wie jede andere Bewerbung bei einem Unternehmen ab. Ich habe mich schriftlich auf die ausgeschriebene Stelle (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse etc.) beworben und nach dem Bewerbungsgespräch auf die Antwort des Unternehmens gewartet. Diese war zu meiner Freude positiv und ich konnte zudem noch ein einwöchiges Praktikum absolvieren, nach welchem ich im Bewerbungsgespräch gefragt hatte. Ich wollte damit sichergehen, dass mir das Unternehmen auch im Arbeitsalltag gut gefällt, was es auch wirklich getan hat und noch immer tut. Da ich eine fachgebundene Hochschulreife habe, musste ich bei der DHBW einen Studierfähigkeitstest machen. Dafür musste ich einen Termin beim CAS Heilbronn vereinbaren und einen computergesteuerten Test durchführen. Dort wurden unter anderem Aufgaben zu kognitiven Fähigkeiten sowie Fragen zu Persönlichkeitseigenschaften gestellt. Mit etwas Vorbereitung ist dieser Test aber kein Problem. Man findet hierzu Beispielaufgaben auf der Internetseite des CAS.

Das duale System, welches mir von meinem Ausbildungsberuf schon bekannt war, gefällt mir persönlich sehr gut. Man kann häufig Parallelen erkennen und neu Gelerntes direkt anwenden und auch im Betrieb oder in der Hochschule neue Lösungsansätze für Problemstellungen diskutieren. Ebenfalls macht es mir Spaß im Betrieb voll mitzuarbeiten und den Betrieb sowie das eigene Lernen aktiv voranzutreiben.

Am Studiengang BWL-Food Management gefallen mir am besten die auf die Branche zugeschnittenen Themen und die große Abwechslung. Wir lernen sehr viel über die Produkte und Herstellungs- und Vermarktungsprozesse der gesamten Lebensmittelbranche. Quasi von der Farm zur Gabel (from Farm to Fork), so heißt auch eine unserer Lehrveranstaltungen.Ihr fragt euch, was meine Lieblingsvorlesungen bisher sind? Bisher hat mir eigentlich alles gut gefallen. Aber die ernährungswissenschaftlichen Fächer sind für mich größtenteils neu und machen daher besonders viel Spaß und bringen den größten Lerneffekt. Besonders gut gefallen haben mir unsere Sensorik-Vorlesungen. Wirklich interessant, was man alles aus einzelnen Produkten schmecken kann und wie unterschiedlich einzelne Personen Aromen interpretieren.Ich war bisher leider nur zu drei Prüfungen und einmal privat in Heilbronn, und konnte daher von der Stadt an sich noch nicht viel mitbekommen. Aber der Campus ist sehr modern und auch die Nähe zum Neckar ist sehr schön. Am Neckar gibt es auch schöne Plätze zum Verweilen und Essen gehen. Aber das werde ich hoffentlich bald mit meinem Kurs nachholen.