Rektorin Prof. Dr. Graf eröffnet die Festtafel
Annalena und Sofie sorgen auch für Ohrenschmaus
Deko mit Liebe zum Detail
Bildungsminister a.D. Prof. Dr. Frankenberg
Prof. Dr. Doris Nitsche-Ruhland vertritt das DHBW Präsidium
Prof. Dr. Beate Scheubrein stellt das Team des Studiengangs BWL-Food Management vor
Dank an Service- und Küchen-Team für die herausragende Leistung
Die Gäste: Freunde, Förderer und Wegbegleiter des Studiengangs

Gemeinsam genießen – Festtafel zum 10jährigen Bestehen des Studiengangs BWL-Food Management an der DHBW Heilbronn

Gemeinsam genießen – Festtafel zum 10jährigen Bestehen des Studiengangs BWL-Food Management an der DHBW Heilbronn

20. November 2017

Rechnungswesen, Marketing und Personal, der Farm-to-Fork-Prozess, Verbraucherschutz und Qualitätssicherung: Das sind die Themen, mit denen sich die Food Manager von morgen normalerweise auseinandersetzen. Der 2007 aus der Taufe gehobene, bundesweit einmalige duale Studiengang basiert auf einer Kombination aus Betriebswirtschaftslehre und dem Wissen um Ernährung und die Qualität von Lebensmitteln.

Ende Oktober 2017 - als Abschluss und Höhepunkt des Jubiläumsjahres - stellten sich zehn Food Manager einer ganz praktischen und sehr festlichen Herausforderung: Sie stellten ein Sieben-Gänge-Menu zusammen, besorgten die Zutaten und verwöhnten ihre Gäste nach allen Regeln der Kunst: Der Förderverein der DHBW Heilbronn hatte vierzig Wegbegleiter und Förderer des Studiengangs aus vergangenen und aktuellen Tagen in das Laborzentrum DHBW Sensoricum eingeladen, um mit einer herbstlich-regional geprägten Festtafel „Danke" zu sagen. Die Gründungs-„Mütter" und „-Väter", Wegbegleiter, Freunde und Förderer aus Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft waren der Einladung von Rektorin Professor Nicole Graf gefolgt und ließen sich von einer Vielfalt von Geschmackserlebnissen und anregenden Tischreden inspirieren.

Die Tischimpulse waren denn auch das einzige, das die Festtafel von einer „regelrechten Mahlzeit", dem sog. „proper meal" nach Tolksdorf unterschieden: Demzufolge zeichnet sich ein gemeinsames Mahl durch mehr als einen Teilnehmer aus, es gibt eine Tischordnung, man beginnt gemeinsam mit dem Essen und beendet das Mahl gemeinsam. Zudem steht neben dem Essen und Trinken das soziale Miteinander und die Kommunikation im Vordergrund. Die Teilnehmer der Tischgemeinschaft gehen eigentlich keiner anderen Beschäftigungen als dem Essen nach. Das letztgenannte Kriterium hatte Gastgeberin Nicole Graf ganz bewusst außer Kraft gesetzt – und so erhielten die Teilnehmer/-innen immer wieder Impulse und Anregungen durch Redebeiträge, Filmeinspielungen und eine Videobotschaft.

So erinnerte sich Bildungsminister a.D. Professor Peter Frankenberg an die Verantwortung von Politikern, neue Studienangebote auf ihre „Berufsbefähigung" hin zu prüfen – eine Eigenschaft, die duale Studiengänge gemeinhin mit Leichtigkeit erfüllen. Dass es in seinem Haus auch Skeptiker gab, die Zweifel an den akademischen Weihen des neu einzurichtenden Studienangebots anmeldeten, ist heute Geschichte. Mitinitiator und Impulsgeber Otto Geisel sollte mit seiner Aussage „Das wird kein akademischer Kochclub" Recht behalten. Umso erfreulicher, dass das Präsidium der DHBW, vertreten durch Prof. Dr. Doris Nitsche-Ruhland, den Weinexperten und Gastro-Berater für seine Verdienste um den Studiengang mit der Ehrensenatorwürde auszeichnete.

Dass auch gestandene Wirtschaftswissenschaftler in den Vorlesungen noch dazulernen können, erzählte Studiendekanin Professor Beate Scheubrein.  Nach Praxisbeispielen zu  Umsatz, Deckungsbeitrag und Gewinn gefragt, erklärte einer der anwesenden Metzgersöhne der staunenden Professorin, dass der umsatzstärkste Artikel im väterlichen Betrieb nicht etwa edle Filetstücke seien, sondern der allseits beliebte ... Fleischkäse.

Wie vielfältig, praxisnah und lebendig der Studiengang sich entwickelt hat, das zeigten die Studiengangsleiter und Professoren Fritsch und Kortum, die den Gästen zwei aktuelle Projekte aus der Lehre vorstellten: In der Lehrfirma „Culinary Coffee e.G. i.G." erproben die künftigen Food Manager ihre betriebswirtschaftlichen und kulinarischen Fähigkeiten ganz praktisch: Mit Unterstützung der Heilbronner Traditionsfirma Kaffee- und Teehaus Hagen und ausgestattet mit zwei verschiedenen Maschinen rösten die Heilbronner Studierenden Kaffee. Die „Bildungsbohne" beweist feinste Qualität aus fair gehandelten Sorten, von Hand liebevoll geröstet. Diese Qualität hat ihren Preis. Unter 20 Euro das Kilo verlässt kein Kaffee die studentische Rösterei. Von der Webseite über die sozialen Medien bis hin zur Pressearbeit, vom Businessplan über Röstseminare und Verkäufe – die Leitung der Firma liegt ganz in der Hand des Nachwuchses. Das Projekt ist studiengangsübergreifend angelegt, so dass sich in den nächsten Jahren auch Händler oder Dienstleistungsmanager in der Kaffeebranche versuchen werden. Jeder, der will, kann für 20 Euro eine Mitgliedschaft erwerben und Kaffee zu günstigen Konditionen erwerben.
Professor Helge Fritsch baut derzeit an der DHBW Heilbronn ein Sensorik-Panel auf, für das über 40 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der DHBW Heilbronn sich einem Screening unterzogen haben. Bei entsprechender Eignung werden sie nun in ihren sensorischen Fähigkeiten geschult, um für Einsätze bei sensorischen Tests z.B. in der Produktentwicklung das erforderliche Know-how zu erwerben und zu trainieren.

Ramona Kraus, Absolventin und Mitglied bei der Alumni-Vereinigung  des Studiengangs, den „Kulinaristen“ berichtete, wie der Verein allen Studierenden, Absolventen und Freunden des Studiengangs BWL-Food Management eine Plattform bietet, miteinander in Verbindung zu bleiben und ein lebendiges Netzwerk aufzubauen. Wissensaustausch und Genießen gehen Hand in Hand: Das beweisen zum Beispiel die Jobbörse auf der Vereins-Homepage und nicht zuletzt das Patenschwein Gundula, das man nach einem vergleichsweise langen und glücklichen Schweineleben gemeinsam verwurstete …

Fazit: Aus einem zarten Pflänzchen, an dessen Überleben so mancher Zweifel bestand, ist dank der tätigen Mitwirkung vieler überzeugter und kreativer Unterstützer und Macher ein standfester Baum geworden, der noch viele neue Äste und Früchte hervorbringen wird. 

 

Das Menu

Lachsforelle – Schwarzwald Gin – Gurke – Wildkräuter
Marone und Kerbel
Krosser Bauch vom Mohrenköpfle – Schwarzwurzel – Rosenkohl
Zitrusfrüchte – Zitronengras – rosa Pfeffer
Zweierlei Reh – Pilze – Sellerie – Pflaume
Wilder Apfel vom Weingut Benz – Karotte – Haselnuss – Orange – Kardamom
Kaffee mal anders