DHBW-Studierende sitzen auf der Spielerbank im Hoffenheimer Stadion
DHBW-Studierende sitzen auf der Spielerbank im Hoffenheimer Stadion

Exkursionen nach Hoffenheim

Exkursionen nach Hoffenheim

12. Oktober 2011

Im Rahmen ihrer Vorlesung im Profilfach „Marketing und Vertrieb im Sport“ haben 20 Sportmanagement-Studenten des Campus Heilbronn der DHBW Mosbach in der vergangenen Woche Deutschlands jüngsten Bundesliga-Club TSG 1899 Hoffenheim besucht. Geschäftsführer Jochen A. Rotthaus zeigte den angehenden Sportmanagern das Stadion samt Fan-Shop und Fan-Kneipe. Er führte sie aber auch in die Bereiche, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind: „Das war schon ein ganz besonderes Gefühl, einen Blick in die Kabinen zu werfen oder gar auf der Auswechselbank Platz zu nehmen“ meint Simon Herbst, der als Heilbronner natürlich schon häufig als Fan im Stadion war.

Nach dem „Warmlaufen“ im Stadion und auf der VIP-Tribüne ging es an die Arbeit: Im Rahmen eines Vortrages erläuterte Rotthaus den Studierenden, wie der Verein die Marke Hoffenheim aufbauen und Sponsoren gewinnen will. „Wir haben in unseren Vorlesungen vorbereitend die Grundlagen des Sponsoring erarbeitet, am Beispiel von Hoffenheim können die Studierenden erfahren, wie der Prozess und die Umsetzung ganz konkret bei einem Bundesliga-Club ablaufen,“ so das Konzept von Studiengangsleiter Prof. Dr. Dirk Schwarzer, der die Exkursion organisiert und begleitet hat.

Erst im August hat der Verein  seine Kooperation mit den neuen Hauptsponsor Suntech, einem Hersteller von Photovoltaikanlagen, bekannt gegeben. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht  die Steigerung der Marken- und Produktbekanntheit, es soll gemeinsame Projekte für Photovoltaik-Installationen rund um das Stadion geben – aber auch Aktivitäten in der Region sowie gemeinsame Wohltätigkeitsprojekte sind geplant. Dabei gelten  für die Marke Hoffenheim die gleichen Rahmenbedingungen wie bei allen Bundesligavereinen: Entscheidend ist der sportliche Erfolg der Mannschaft. Um diesem Ziel näher zu kommen und den Erfolg des Vereins nachhaltig zu fördern und zu sichern, setzt Hoffenheim zum Beispiel auf eine eigene Jugend- und Nachwuchsarbeit. Dabei spielt der Sport eine wichtige, aber keinesfalls die alleinige Rolle:  Aufgabe der „achtzehn99 Akademie“, die sich an mehreren Standorten in der Metropolregion Rhein-Neckar um die berufliche, soziale und sportliche Förderung  Jugendlicher bemüht, ist vielmehr eine ganzheitliche Entwicklung der Persönlichkeit. Dabei arbeitet die Akademie eng mit der Stiftung „Anpfiff ins Leben“ des Hoffenheim-Mäzens Dietmar Hopp zusammen. In Kooperation mit Kindergärten, Schulen, Universitäten, Hochschulen, Verbänden, Vereinen, sozialen Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen sollen etwa 3.000 Kinder und Jugendliche auf das Leben in Schule, Verein, Beruf und Gesellschaft vorbereitet werden. Unter dem Motto „Rote Karte für schlechte Noten“ werden die Jugendlichen von der Hausaufgabenbetreuung über Förderunterricht bis hin zu speziellen Trainings vor Klassenarbeiten unterstützt.

„Ein ganzheitliches Konzept, das viel mehr umfasst als die Vermarktung von Werbeflächen in und um das Stadion oder den Verkauf niedlicher blau geringelter Babystrampler, die Elch „Hoffi“ ziert", meint Student Michael Ritter beeindruckt. „Bei der Erläuterung und Diskussion ist mir klar geworden, wie komplex die Aufgabe ist, einen Sportverein auf diesem Niveau zu managen.“