Bildungsforschung: Beschäftigungsfähigkeit von Studierenden steigern

Bildungsforschung: Beschäftigungsfähigkeit von Studierenden steigern

25. Juli 2018

Wie lässt sich die Beschäftigungsfähigkeit von Studierenden steigern? Das ist die zentrale Frage des internationalen Forschungsprojektes BEEHiVES, welches sich mit Hindernissen in der Kooperation und Kollaboration zwischen Hochschulen, Unternehmen und Studierenden auseinandergesetzt hat. Die DHBW Heilbronn ist Projekt-Koordinator des EU-geförderten Projektes.

Forschungsergebnisse

Durch Befragungen und Workshops in sechs europäischen Ländern konnte das internationale Forschungsteam fünf Themen herausarbeiten, welche diese Barrieren verringern.

1. Eine Mission, Strategie und gemeinsame Ziele

Das Einbinden von Unternehmen in den Prozess des arbeitsbezogenen Lernen und Lehrens fördert die Kollaboration zwischen den Stakeholdern. An Hochschulen bedarf es deswegen an Personal, Zeit und Kapazität um die Zusammenarbeit zu fördern.

2. Das Programm, Curriculum und Kursdesign

Die Zusammenarbeit von Hochschulen, Unternehmen und Studierenden ist förderlich, da die unterschiedlichen Perspektiven der Stakeholder neue Ideen einbringen. Dadurch können Curricula verbessert und neue entwickelt werden, welche der Gesellschaft, der Wirtschaft aber auch dem individuellen Studierenden zugutekommen.

3. Arbeitsbezogenes Lernen und Lehren

Ein Erfolgskriterium von Work-based Learning ist, wenn Hochschulen und Unternehmen auf der strategischen und operativeren Ebene zusammenarbeiten.

4. Qualifikationen, Fähigkeiten und Kompetenzen

Um die Kooperation zu verbessern, müssen Hochschulen verstärkt auf die Unternehmen zugehen, und umgekehrt, sodass die Wünsche an die Qualifikationen der Studierenden besser kommuniziert werden können.

5. Service, Forschung und Methoden

Sowohl Unternehmen als auch Hochschulen müssen die Bedürfnisse des Gegenübers verstehen und Kommunikationsmethoden sowie –kanäle einsetzen, sodass ein Verständnis zwischen beiden Stakeholdern möglich ist.

Abschlusskonferenz in Löwen

Um diese Ergebnisse zu diskutieren und zu validieren reisten knapp 80 Teilnehmer aus vierzehn verschiedenen europäischen Ländern sowie den Vereinigten Staaten und den Vereinigten Arabischen Emiraten an, um an der Abschlusskonferenz am 14. und 15. Juni im belgischen Löwen teilzunehmen. In verschiedenen Diskussionsrunden und Workshops zum Thema “Creating Relevant Learning Experiences; employers’ involvement with higher education” diskutierten die Teilnehmer drei zentrale Fragestellungen:

  • Wie kann die Kooperation zwischen Hochschulen, Arbeitgebern und Studierenden am besten gefördert werden?
  • Welche Wege gibt es, um Schlüsselkompetenzen für die Arbeitswelt zu entwickeln um Studierende bestmöglich auf das Arbeitsleben vorzubereiten?
  • Wie sehen Studierende die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Arbeitgebern und wie kann die Perspektive der Studierenden besser in die Hochschulpolitik integriert werden?

Workshops und Diskussionsrunden zu den Forschungsergebnissen

Die Konferenz wurde gemeinsam vom BEEHiVES Projektteam, EURASHE und dem UK Universities Association for Lifelong Learning, Work and Learning network organisiert. An beiden Tagen führte Arti Saraswar, Senior Policy Manager für höhere Bildung von der Association of Colleges, vertretend für das BEEHiVES Team durch das Programm.

Raimund Hudak, Leiter der Abteilung Forschung und Labore an der DHBW Heilbronn und Projektmanager des BEEHiVES Projekts, leitete den Workshop „How to boost the Cooperation between PHE Institutions, Employers and Students“. In diesem Workshop wurde das Forschungsprojekt an sich sowie dessen Ergebnisse präsentiert und anschließend die oben genannten Themen diskutiert und validiert.

Prof. Dr. Ulf-Daniel Ehlers von der DHBW Karlsruhe und Vize-Präsident von EURASHE sprach in seiner Key Note Speech über das Thema „Future Skills for Tomorrow’s Graduates: Turning Higher Education in Europe“. Die Key Note Speech fokussierte sich auf die Frage, ob die Absolventen von morgen die notwendigen Qualifikationen für einen Job in der heutigen Arbeitswelt mitbringen.

Weitere Workshops wurden von den Mitgliedern des BEEHiVES Konsortiums geleitet. Darunter Jan Beseda von CASPHE in Tschechien, Hermann Van de Mosselaer von der Artesis Plantijn Hogeschool Antwerpen in Belgien, Nick Davy von den UK-basierten Association of Colleges und Victor Arias von Center for Innovation in Technical and Vocational Education and Training (TKNIKA) in Spanien. Die Ergebnisse der Konferenz werden im Rahmen einer Sonderausgabe des peer reviewed Work Based Learning e-Journal veröffentlicht. Das Projekt BEEHiVES wurde mit dieser Konferenz abgeschlossen. Die Ergebnisse des Projekts insbesondere die Resultate der qualitativen und quantitativen Befragungen sowie der Multiplier Events wurden unter auf der Webseite https://strategictriangle.beehives.de zusammengefasst.