Integrationsseminar der DHBW Heilbronn zum Thema "Bilder im Kopf": Die Studierenden im Studiengang Dienstleistungsmanagement beschäftigen sich mit weiblichen Rollenbildern und haben dazu ein Ausstellungskonzept erarbeitet.
Integrationsseminar der DHBW Heilbronn zum Thema "Bilder im Kopf": Die Studierenden im Studiengang Dienstleistungsmanagement beschäftigen sich mit weiblichen Rollenbildern und haben dazu ein Ausstellungskonzept erarbeitet.
Integrationsseminar der DHBW Heilbronn zum Thema "Bilder im Kopf": Die Studierenden im Studiengang Dienstleistungsmanagement beschäftigen sich mit weiblichen Rollenbildern und haben dazu ein Ausstellungskonzept erarbeitet.

„Bilder im Kopf“ – Studierende planen Ausstellung zu weiblichen Rollenbildern

„Bilder im Kopf“ – Studierende planen Ausstellung zu weiblichen Rollenbildern

15. Februar 2019

Welche Rollenbilder sind in unseren Köpfen verankert? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Studierenden des Studiengangs BWL-Dienstleistungsmanagement der DHBW Heilbronn im Rahmen des Integrationsseminars „Bilder im Kopf – visuelle Rollenmodelle hinterfragen“. „Unsere Zielsetzung war es, eine Ausstellung zu entwickeln, die auf gesellschaftliche Rollenbilder aufmerksam macht.“, so Student Johannes Stattelmann. Dafür haben die Studierenden Experteninterviews mit acht beruflich erfolgreichen Frauen geführt und diese fotografiert. Mit einer Fotoausstellung möchten sie die Zielgruppe der 15-20-Jährigen für die Gleichberechtigung von Mann und Frau sensibilisieren und zum Nachdenken anregen.

Unreflektierte Rollenbilder überdenken

„Tatsächlich zeigen Untersuchungen, dass sich 17-bis 20-Jährige prinzipiell gleichberechtigt fühlen, sie jedoch trotzdem sehr traditionelle Rollenmodelle verinnerlicht haben“, weiß Studiengangsleiterin Prof. Dr. Yvonne Zajontz. „Gerade deshalb ist es wichtig, einen Anstoß zu geben, über die verankerten, häufig unreflektierten Rollenbilder nachzudenken.“ Die Auswertung der Experteninterviews macht deutlich: Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch flexiblere Arbeitszeiten, Telearbeit und Elternzeit hat die Rahmenbedingungen für ein gleichberechtigteres Miteinander verbessert. Dennoch scheitern Frauen häufiger als Männer an einem geringeren Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und auch daran, als weniger kompetent wahrgenommen zu werden. Auch die Frauenquote sei eher ein Hindernis, da eine Frau in einer Führungsposition dadurch schnell als „Quotenfrau“ abgestempelt werde, erklärt Studentin Julia Menning. „Frauen bauen sich seltener ein Netzwerk auf, innerhalb dessen sie ihre Kompetenzen sichtbar machen“ – so sei es schwierig, dass Kompetenzen auch wahrgenommen würden. Befragt hatten die Studierenden renommierte weibliche Führungskräfte aus der Region Heilbronn-Franken wie etwa Sabine Schober, Bereichsleiterin bei Schwarz IT, Anja Frank, Abteilungsleiterin beim Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum und Birgit Hipp, Bereichsleiterin Finanzen bei der Südwestdeutschen Salzwerke AG.

Fotografien und Text als Ausstellungsobjekt

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes hat die Projektgruppe als Ausstellung aufbereitet. Dafür haben die Studierenden jede Interviewpartnerin unter Berücksichtigung fotografischer Regeln, wie der Linienführung, der Blickrichtung und Bildaufteilung in verschiedenen (beruflichen) Settings fotografiert. Entstanden sind Porträt- und Ganzkörperaufnahmen, die von den Studierenden zu großflächigen Exponaten aufbereitet und um die wichtigsten Zitate aus den Interviews ergänzt wurden. Zusätzlich zu den Fotografien haben die Studierenden acht weitere großformatige Texttafeln entworfen, auf welchen die interessantesten Passagen aus den Interviews zu finden sind. „Die Ausstellung soll später nicht nur an der DHBW Heilbronn zu sehen sein, sondern auch als Wanderausstellung von den Heilbronner Gymnasien ausgeliehen werden können“, erklärt Student Fehmi Isik.

Ausstellung an der DHBW Heilbronn geplant

Prof. Dr. Nicole Graf, Rektorin der DHBW Heilbronn und eine der Interviewpartnerinnen, ist begeistert von den Ergebnissen: „Sie haben die wesentlichen Erkenntnisse extrahiert und eine tolle Ausstellung vorbereitet“. Auch Zajontz, die Gleichstellungsbeauftragte der DHBW Heilbronn, freut sich über den gelungenen Projektabschluss: „Die Ausstellung werden wir auf jeden Fall realisieren, wir möchten die spannenden Ergebnisse damit jungen Menschen zugänglich machen.“